April 2022 – Rückblick

Der April war spannend – vom Winterfeeling mit Blizzard Anfang April bis sonnig-warm, fast frühsommerlich war alles dabei. ...

Der April war spannend – vom Winterfeeling mit Blizzard Anfang April bis sonnig-warm, fast frühsommerlich war alles dabei. Trocken war es und ich musste zweimal pro Woche gießen. Die Betonkübel, die unsere Dachterrasse umranden, sind zwar superklasse und geräumig, aber sie befeuern das mit der Trockenheit natürlich auch. Das hat im Winter viele Vorteile, weil Pflanzen, die – gerade im Winter – nicht nass mögen, unsere nassen Winter überleben … im Frühjahr und Sommer jedoch, bei Trockenheit, muss ich massiv aufpassen.
In dem auf dem Boden stehenden Kübel auf der schmalen Seite unseres Paradieses scheint von morgens bis abends die Sonne drauf (und er steht vor einer Wand). Ich hab dort nur Trockenliebhaber gepflanzt – aber auch die hängen öfter mal die Flügel. Und die Montpelliernelke hat es nicht überlebt – die Tatra-Duftnelke wird wohl auch den Abflug machen. Ich werde sie durch Karthäusernelken ersetzen – die werden es dort packen. Sind schon angesät 😊. Ich kann übrigens aus dieser Erfahrung heraus kriechendes Seifenkraut für heiße und trockene Standorte nicht nur verträgt (siehe die Blühfotos), sondern geradezu liebt und abgeht wie Peters‘ Katzinha. Auch die ährige Felsenbirne verträgt dieses Klima – auch wenn die Blütezeit hier bei Hitze im Frühjahr nicht so lang ist. Das Seifenkraut hat jedenfalls den kompletten April durchgeblüht (schon Ende März begonnen) und blüht noch immer. Beliebt bei Bienchen ist es auch.
Das Gipskraut (kriechendes Schleierkraut) ist superschön. Ich hab es an verschiedenen Plätzen. Es ist für mich verblüffend, wie unterschiedlich der gleichen Pflanze auf derselben Dachterrasse sein können. Zum ersten Mal aufgefallen ist es mir bei den Kuhschellen. Die allererste Blüte öffnete sich im heißen Bodenkübel bereits Anfang März. Diese 3 Kuhschellen waren dann auch noch im März fertig. Eine andere an der Außenballustrade hat erst Mitte April begonnen und blüht gerade noch immer. Diese ist auch nahezu doppelt so hoch wie die anderen.
Bei den Baby-Boomer-Narzissen, die im Wiesenkübel sitzen und alle an einem Tag gesteckt wurden, haben die ersten im März geblüht, während die zweite Gruppe gerade jetzt blüht. So ein Kübel ist 2,75 Meter lang – die Märzblüher saßen mehr rechts und damit mehr in der Sonne und die anderen haben weniger Sonne. So kann auf knapp 3 Metern die gleichen Pflanzen unterschiedlich blühen.

Das vom Herzmensch gebaute Hochbeet macht mir viel Freude. Im März gesät habe ich Salate, Gartenkresse, Rucola, Radieschen und Frühlingszwiebeln. Von der Gartenkresse, dem Rucola und den Radieschen bin ich seit April am Ernten. Im Herbst muss ich nur vor der Wintergemüse-Pflanzung viel Erde auffüllen. Ich hatte unten über Wochen Kompost gesammelt und mit Erde aufgefüllt – das setzt sich unglaublich 😊.
Die Kresse und der Rucola kommen dann Mitte Mai raus und dort kommen einige Paprikapflanzen rein, davor dann wieder Rucola.
Eigenes frisches Gemüse ist einfach der Hit und ich hab fest vor, das auszubauen. Es ist einfach zu lecker, so knackfrisch geerntet.
Ich hatte (mal wieder) zu viele Salate gesät – und die übrigen dann überall hingesetzt, wo Platz ist, das ist übrigens auch echt schön und funktioniert super. Die quietschebunten Minipöttchen haben dann jetzt doch noch ihre Bestimmung gefunden (man kauft ja manchmal so sinnloses Zeug …). In jedem hockt ein Salatkopf und wächst fröhlich vor sich hin. Passt.
In eine leere Mandarinenkiste hab ich Erbsen für Erbsensprossen gesät. Die Fensterbank im Bad ist voll mit Basilikum-Sämlingen. Wieder mit am Start ist das salatblättrige Basilikum, das griechische Buschbasilikum und neu dabei ist Limonen-Basilikum. Ich liebe ja Auswahl 😊. Petersilie hat gekeimt und es sind alle 24 Pöttchen aufgegangen. Die wird dann zu den Peperoni, die Männe von den ukrainischen Damen bekommen hat, gepflanzt. Das Basilikum wird den 8 Tomatenpflanzen von Michael Schick zu Füßen wachsen.
In eine leere Rieseneinkaufstasche kommen Sonnenblumen und auf Wunsch von Männe Kartoffeln davor. Es ist ein Experiment und ich bin gespannt.
Und vor unser Wohnzimmerfenster werden Schnüre gespannt, darunter der Länge Erdsäcke gestellt und Stangenbohnen hineingepflanzt. Der Plan ist, dass die das Wohnzimmer durch ihren Schatten kühlen sollen und Bohnen lieben wir sowieso.
Zucchini hab ich dieses Mal italienische Sorten, davon 3 Stück, und alle sind etwas geworden. Ich bin also guter Hoffnung auf lecker Zucchini, nachdem das letztes Jahr mangels Masse (wurde nur eine einzige was) nix geworden ist, weil keine Befruchtung.
Die Kohlrabiblüte ist übrigens wunderschön und bei Bienen der Hit – und sie duftet sehr gut.
Meine Kräutersammlung hab ich nochmals aufgestockt – mit Meerfenchel, Likörraute, französischem Estragon, griechischem Bergtee und noch einigen Sachen zum Ansäen.

Blumen hab ich im April auch gesät, davon kann man ja nie genug haben. Mit dabei sind Gaura und pinkfarbene Agastachen und noch so Einiges mehr. Die Gänseblümchen in der Balkonkiste sind im Prinzip alle gekeimt … ich hab das Gewimmel einfach gelassen und pflück immer mal wieder Pflänzchen raus, die in den Salat kommen.

Die Präriekübel wachsen fröhlich vor sich hin und fangen an zu explodieren. Die frühen Lauche fangen gerade jetzt, Anfang Mai, an zu blühen und auch die ersten Blütchen des knallblauen Büschel-Ehrenpreises – auch österreichischer Ehrenpreis genannt – (Veronica austriaca ssp. teucrium) öffnen sich.
Die Wiesensalbei-Truppe hat ebenfalls im April begonnen zu blühen und blüht jetzt seit einigen Wochen durch. Die weißen Akeleien gesellten sich Ende April dazu.
Die Polsterphloxe sind ein Traum in Rosé – und begehrt bei der Blauen Holzbiene. Die Blüten sind so klein und diese Bienen so groß – aber sie stürzen sich drauf wie Verdurstende, das konnte ich letztes Jahr schon beobachten. Vielleicht brütet sie ja bei uns? Ich muss da mal aufpassen. Wir haben ja das Brennholz vom Vorgänger hier aufgestapelt als Totholzecke. Viele Wespen holen sich da Holz, das konnte ich schon sehen. Und in den Zwischenräumen wohnt auch so manches Tierchen.
Den ganzen April durch blühte der Kaskadenthymian – ein Traum mit rosa Blütenbällchen. Die Einzelblütchen sind ja sehr zierlich und zu kleinen Bällen zusammengeballt. Wenn die dicken Hummeln sich da draufstürzen und alle abkrabbeln, ist das schon ein toller Anblick.

Ansonsten hab ich dieses Jahr angefangen, mir Notizen zu machen, was ich im Herbst umsetzen will, was nicht so gut passt … Man vergisst das sonst garantiert, so meine Erfahrung.

Ich freu mich jetzt auf den Mai, denn die Anzeichen für einen traumschönen Blütensommer werden immer deutlicher und ich bin wirklich gespannt, wie sich die ganzen Neuzugänge und Eigensaaten von Herbst und Frühjahr so entwickeln werden.

In diesem Sinne wünsche ich Euch wunderschöne Maitage mit Sonne und Regen und Wind und Luft und Blütendüften und leckeren Ernten. Und ich wiederhole schon wieder: Nur ein einziger Topf ist ein ganzes Universum.

Herzensgrüße Bettina

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